500 Tage unterwegs. 5 Tage bis nach Hause.

Ich bin ein wenig nervös. Aufgeregt. In der Tat fühlt es sich fast so an, als würde ich kurz vor einem neuen Abenteuer stehen. Denn in 5 Tagen komme ich nach fast 17 Monaten wieder daheim an. Und ich habe keine Ahnung wie sich das anfühlen wird.

Ich habe viel darüber gelesen wie es anderen ergangen ist, die nach einer langen Reise wieder heimkehren. Die meisten sagen dass die ersten Tage großartig sind, weil man noch in den Erlebnissen der Reise schwebe während man sich aber in seinem gewohnten, sicheren Umfeld befindet. Man habe mehr Zeit und weniger Ablenkung alles zu verarbeiten und sich daran zu erfreuen während man in seinem Tagebuch und seinen Fotos stöbert. Und an einem Vortag oder an einem Buch arbeitet.

Doch die Euphorie flaue mit der Zeit immer mehr ab. Die große Herausforderung scheint zu sein, den Übergang langsam zu gestalten. Sich nach und nach an den Umstand zu gewöhnen dass man nicht jeden Tag woanders ist. Zu akzeptieren, dass sich viele Tage gleich anfühlen werden. Und vor allem: Sich immer wieder dessen bewusst zu werden was man während der Reise vermisst hat.

Ich habe einiges vermisst. Tatsächlich hat die Reise während der gesamten Zeit wie ein Filter gewirkt, der Wichtiges von Unwichtigem getrennt hat. Dabei sind Dinge auf der Strecke geblieben, die ich vorher für bedeutend erachtet habe. Die meisten davon sind materieller Art, und ich vermisse davon nichts. Tatsächlich kann ich mir vorstellen mit genau dem weiterzuleben was ich die letzten Monate zur Verfügung hatte ohne das Gefühl zu haben das mir materiell etwas fehlt.

Die Dinge hingegen, die nicht durchs Raster gefallen sind und auf die ich mich wie ein kleines Kind vor Weihnachten freue, sind diejenigen die vor der Reise selbstverständlich waren und immer verfügbar: Ein festes Zuhause. Eine gewisse Regelmäßigkeit. Essen, mit dem ich aufgewachsen bin. Lachen mit Kollegen in der Kaffeeküche. Schafkopfen mit meinen Kumpels. Abends neben meiner Freundin einzuschlafen. Ganz profane Dinge. Jetzt, 5 Tage bevor ich nach Hause komme, kann ich es kaum erwarten das alles wieder zu haben.

Es ist eine seltene, schöne Art von Zufriedenheit: Glücklich zu sein mit dem Erlebten und gleichzeitig voller Vorfreude auf das, was vor einem liegt. Genau daran will ich mich immer wieder erinnern, wenn die Zeit gekommen ist und der normale Alltag wieder einkehrt. Ich weiß nicht wie ich mich dabei fühlen werde. Wie so vieles auf dieser Reise ist auch dies eine für mich unbekannte Situation. Ich erwarte durchaus dass es nicht einfach wird.

Aber eines weiß ich: Ich freue mich darauf. Und zum ersten Mal auf dieser wunderbaren Reise gilt nicht der altbekannte Spruch, dass der Weg das Ziel ist. Mein Ziel ist München. Die Stadt in der ich geboren wurde und in der ich immer gerne gelebt habe. Ich fahre jetzt nach Hause.

ENGLISH:

500 days on the road. 5 days to go.

I am a little nervous. Excited. It actually almost feels as if I am on the brink of a new adventure. In five days, after almost 17 months, I will be home, and I have no idea how it will feel.

I have read a lot about how other people coped with returning home after a long journey. Most say that the first few days are great as you continue to bask in the experiences of your journey in your familiar, safe surroundings. You have more time and fewer distractions to process everything and take joy in it as you browse through your diary and photos and work on a presentation or book.

But the euphoria does abate in time. The great challenge appears to be making the transition happen slowly; gradually getting used to the fact that you are not somewhere different every day. Accepting that many days will feel the same. And most importantly, realising what you missed during your journey.

I have missed a few things. The entire journey actually worked like a filter, separating the important from the unimportant. I have left things behind which I used to consider significant. Most of them are of a material nature, and I do not miss them. I can actually imagine myself living with what I had in the past few months without feeling that I was lacking something material.

However, the things that do not slip through the net and to which I am looking forward like a child at Christmas are the things I took for granted and which were always available before I set out: a permanent home, a routine, the food I grew up with, laughing with colleagues in the kitchenette, going to the football stadium with my friends and falling asleep next to my girlfriend in the evenings. Simple things. Now, five days before I arrive home, I can barely expect to have it all again.

It is a rare, beautiful type of happiness: to be content with what you have experienced whilst looking forward to what lies ahead. This is exactly what I never want to forget when the time comes and normal everyday life resumes. I do not know how I will feel when that happens. Like so many things on this journey, the situation is unfamiliar to me. I do not expect it will be easy.

But one thing I do know: I am looking forward to it. And for the first time on this wonderful journey, the old saying that the journey is the destination is wrong. Munich is my destination. The city where I was born and where I have always lived happily. I am riding home.

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