One year of traveling the world: It’s all about the people.

(scroll for German Version)

I am speechless. Just two hours ago I met Zolira and Mauro on the BR-101 highway in southern Brazil; like me, they were riding on their motorcycles. We are now sitting in a restaurant and they are buying me dinner. After paying for my hotel room. And water at the petrol station. And the road tolls.

When I asked why they were doing this, Mauro told me a story: he was travelling in Brazil on his motorcycle a couple of years ago and one night he stayed with Grace. Grace is a 62-year-old motorcyclist who is still active and is very well known in Brazil. She is the grande dame of the local motorcycling community. He told her that he was stunned by her hospitality. She replied, ‘Today you are my guest, and one day another motorcyclist will be yours.’

One year, 29 countries, hundreds of encounters.

This is just one of countless examples of selfless hospitality and helpfulness since I set out for this world trip from Munich exactly one year ago. I remember the petrol station attendant in Turkey who invited me to tea. The Iranian family who invited me for dinner. The Kyrgyzstani shepherd who put me up in his yurt. The Chinese soldier who, against every regulation, invited me into his guard post during a snowstorm. The welcoming smiles in Myanmar.

I remember the customs officer in New Zealand who worked overtime in order to process my import licence. The old janitor in Peru who covered my motorcycle with a canvas sheet at night to prevent it from being vandalised. The young men in Bolivia who refuelled my motorcycle out of their own pockets. The officer in the Paraguayan military who found me accommodation and had me escorted there. The Argentinian customs officer who looked the other way and did not make a fuss about compulsory insurance. And the South African who cooked local dishes for me.

Every encounter, small and large, was unexpected and sudden. You can never plan for them and you could not buy them with all the money in the world. They are what make this journey so wonderful and valuable.

Traveling improves your quality of life.

It goes without saying that the historic cultural sites I have seen so far have been impressive. The diverse natural spectacles have been breathtaking. I enjoy the challenging motorcycle routes and I am proud to have covered around 50,000 km on five continents in 12 months.

But the longer this journey goes on, the more I realize that it is not about the trace I leave on this planet. It’s about the people leaving a trace in my heart. They change my view of this world: I am more open. I think most positively. I am full of confidence. I strongly believe that whenever two strangers with no agendas or ulterior motives meet, their humanity will prevail. All over the world. Experiencing and internalising this concept led to an incomparable increase in the quality of my own life.

When I am riding on my motorcycle and think about such things, I am reminded of the line by the pioneering motorcyclist Ted Simon from the film ‘Why We Ride’: ‘Motorcycling has put me in touch with wonderful people. As a result of that, I have an elevated idea of how good everybody in the world is.’

I couldn’t have said it better myself. Because it’s all about the people.

(Photo taken in November 2014 in Myanmar.)

 

DEUTSCH:

Ein Jahr Weltreise:
Es sind die Begegnungen, die zählen

Ich bin überwältigt. Vor erst zwei Stunden habe ich Zolira und Mauro auf dem Highway 101 im Süden Brasiliens kennengelernt, beide waren ebenfalls auf dem Motorrad unterwegs. Jetzt sitzen wir in einem Restaurant, und sie bezahlen mir das Abendessen. Wie schon vorher das Hotelzimmer. Und das Wasser an der Tankstelle. Und die Straßenmaut.

Als ich die beiden frage warum sie das tun, erzählt mir Mauro eine Geschichte: Er sei vor ein paar Jahren mit dem Motorrad in Brasilien unterwegs gewesen und habe eines Nachts bei Grace übernachtet. Grace ist eine in Brasilien sehr bekannte, 62-jährige, immer noch aktive Motorradfahrerin. Sie ist die Grande Dame der hiesigen Motorradgemeinde. Er habe ihr damals ebenfalls gesagt dass er von ihrer Gastfreundschaft überwältigt sei. Sie habe ihm dann geantwortet: „Heute lade ich dich ein, und eines Tages wirst du einen anderen Motorradreisenden einladen.“ 

Ein Jahr, 29 Länder, hunderte Begegnungen.

Es ist nur eines von unzähligen Beispielen an selbstloser Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, seit ich vor genau einem Jahr in München für diese Weltreise auf meinem Motorrad aufgebrochen bin. Ich erinnere mich an den Tankwart in der Türkei, der mich zum Tee einlud. An die iranische Familie, die mich zum Abendessen einlud. Den kirgisischen Schäfer, der mich in seiner Jurte beherbergte. Den chinesischen Soldaten der mich gegen jede Vorschrift während eines Schneesturms in seiner Wachhütte aufnahm. Die lächelnden Gesichter in Myanmar.

Ich denke an die Zollbeamtin in Neuseeland, die Überstunden machte um die Einfuhrgenehmigung zu bearbeiten. An den alten Hausmeister in Peru, der das Motorrad nachts mit einer Plane abdeckte um es vor Vandalismus zu schützen. Die Jungs in Bolivien die mir eine Tankfüllung spendiert haben. An den Oberst des paraguayischen Militärs, der mir eine Unterkunft besorgte und mich dorthin eskortierten ließ. An den argentinischen Grenzbeamten der ein Auge zudrückte und nicht auf die obligatorische Versicherung beharrte. Und an den Südafrikaner, der mir ein einheimisches Essen kochte.

All die vielen, kleinen und großen Begegnungen kommen unerwartet und plötzlich. Man kann sie nicht planen, und man kann sie für kein Geld der Welt kaufen. Sie sind es, welche diese Reise so wunderschön und wertvoll machen.

Reisen steigert die Lebensqualität.

Sicher, die historischen Kulturstätten die ich bisher gesehen habe sind beeindruckend. Die vielfältigen Landschaften sind atemberaubend. Die herausfordernden Motorradstrecken machen mir Freude. Und ich bin stolz, in 12 Monaten die bisherige Strecke von knapp 50.000 km auf fünf Kontinenten zurückgelegt zu haben.

Doch je länger diese Reise andauert, umso mehr wird mir bewusst dass es nicht darum geht welche Spur ich auf diesem Planeten hinterlasse. Es geht darum welche Spuren die Menschen in meinem Herzen hinterlassen. Sie verändern mein Weltbild: Ich bin offener. Ich denke positiver. Ich bin voller Zuversicht. Ich habe den Glauben an folgenden Gedanken gefestigt: Wann immer sich zwei fremde Menschen begegnen – ohne Interessen, ohne Hintergedanken – geht es menschlich zu. Überall auf der Welt. Das zu erleben und zu verinnerlichen, ist eine unvergleichliche Steigerung der eigenen Lebensqualität.

Wenn ich auf meinem Motorrad unterwegs bin und über diese Dinge nachdenke, fällt mir das Zitat des Motorrad-Pioniers Ted Simon aus dem Film „Why We Ride“ ein: „Motorcycling has put me in touch with wonderful people. As a result of that, I have an elevated idea of how good everybody in the world is.“

Besser kann man es nicht ausdrücken. Denn es sind die Begegnungen mit den Menschen, die zählen.

(Foto geschossen im November 2014 in Myanmar.)

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