Must Ride: The Death Road.

(by Rolf, in English and German, with photo gallery) As I stood at the top of the world-famous Death Road, a lorry turned off the asphalt surface of the bypass, which was opened in 2006, onto the stones. First the lorry driver waved at me, and then he crossed himself before vanishing into the mist.

A life-threatening challenge.

Crossing oneself is an understandable ritual amongst the courageous truckers in the Catholic country of Bolivia as they turn onto the Ruta de la Muerte. In that moment I fully understand it, as I had just completed the breathtaking journey along what was once the most dangerous road in the world. A road? More like a dirt track. Or rather, a narrow path with just one lane on an almost endless precipice. Even for the seasoned driver of a large vehicle, driving along Yungas Road, as it is officially known, is a life-threatening challenge. In fact, given that the relatively new bypass takes considerably longer, some drivers still take the risk to save fuel. This is Bolivia, a very poor country when viewed from a material perspective. And of course, as an adventure tourist it makes you consider how many victims the road has claimed. The death toll is one of the reasons it is so popular.

Driving on the left: giving you a better view of the chasm.

I set off from La Paz to ride the Death Road, which gave me a crucial advantage: I was able to leave my luggage and panniers in the hostel, which made my motorcycle lighter and, most importantly, slimmer. I was also able to choose the direction. I rode along the bypass from La Paz to Coroico so I could ride back along the Death Road. This was vitally important for two reasons: firstly, I would be riding uphill, which would make it easier to brake. But most importantly, I would be in the lane next to the mountain. Unlike on normal roads in Bolivia, on Yungas Road you have to drive on the left. As I took the narrow curves, the reason immediately became clear: the closer a driver of a wide vehicle is sitting to the edge of the precipice, the better he can gauge where his tyres are. It is an unusual yet extremely sensible safety measure.

It is less important today, as there is almost no traffic. I encountered three oncoming HGVs in total. Whenever this happened, I was forced to manoeuvre to give these bulky, several-tonne vehicles enough space. It was at moments such as this when I was happy to be on the side of the mountain and not to have to move my 250 kg motorcycle around at the edge. Space is no problem for anyone else on the road: most of the traffic consists of groups of mountain bikers, some of whom career downhill from the top of the road, followed by a van to take them back to La Paz after the tour.

For the mountain bikers, like me, the surface is a pure joy to ride on. The lower section still consists of pressed earth, an easy surface to drive on. Later on, the stones become rougher and are punctuated by rocky, muddy streams. Some of the waterfalls which patter down from above have carved steep channels. The highest section of the road is blanketed by mist: you drive straight into the clouds and visibility shrinks to just a few metres. Up there, you can only guess what will happen if you stray from the road; a thrill in the purest sense of the word.

Nature is its own spectacle

In the middle section, where the air is still clear, the surroundings could not be more beautiful: it is a dense jungle with many shades of green. The steep slopes, which tower above me on my left like an endless wall and fall away almost vertically on my right, are covered by vegetation. The Death Road is a real highlight in terms of its scenery. More than ever, I had to stop myself from getting too distracted and taking my eyes off the road ahead. On my right, there was a steep 800-metre drop. A local had told me that rescue was only possible up to 250 metres. I had to focus.

Joy and relief at the end.

Arriving at the top, I was happy. I had completed one of the most spectacular and beautiful off-road stages on this world tour. Before setting off on the final 50 km to La Paz along a safe asphalt road, I caught myself crossing myself, like the lorry driver who just drove past me. Even if the Death Road has lost some of its original danger, I was still relieved.

The Death Road: Must ride, but with respect.

DEUTSCH:

Must Ride: The Death Road.

Als ich am höhergelegenen Ende der weltberühmten Death Road stehe, biegt ein LKW von der asphaltierten, 2006 eröffneten Umgehungsstraße auf den Schotter. Zuerst winkt mir der LKW-Fahrer noch zu, dann bekreuzigt er sich. Und verschwindet im Nebel.

Lebensgefährliche Herausforderung.

Das Bekreuzigen ist ein selbstverständliches Ritual unter den wagemutigen Truckern im katholischen Bolivien, wenn sie auf die Ruta de la Muerte einbiegen. Ich kann das in diesem Moment gut nachvollziehen, denn ich habe die atemberaubende Fahrt auf der einst gefährlichsten Straße der Welt gerade hinter mir. Straße? Besser Schotterweg. Oder noch besser: Ein schmaler, einspuriger Pfad am schier endlosen Abhang. Auch als routinierter Steuermann eines großen Gefährts ist das Befahren der Yungas-Straße, wie sie offiziell heißt, eine lebensgefährliche Herausforderung. Doch da die relativ neue Umgehungsstraße deutlich länger ist, nehmen einige Fahrer das Risiko heute noch auf sich, um Sprit zu sparen. Es ist Bolivien, ein aus materieller Sicht sehr armes Land. Und natürlich macht es einen als Abenteuertourist nachdenklich wie viele Opfer die Straße gefordert hat. Nicht zuletzt deswegen hat sie heute eine so große Anziehungskraft.

Linksverkehr: Damit man den Abgrund besser sieht.

Ich habe mir die Death Road als Ausflug von La Paz vorgenommen, und das hat entscheidende Vorteile: Ich kann mein Gepäck und meine Seitenkoffer im Hostel lassen und bin so leichter und vor allem schmaler unterwegs. Und ich kann mir die Richtung aussuchen. So fahre ich erst die Umgehungsstraße von La Paz bis Coroico, um dann auf der Death Road zurückzufahren. Und das erscheint mir aus zwei Gründen lebenswichtig: Erstens geht es dann bergauf, was das Bremsen sicherer macht. Aber vor allem fahre ich so auf der Bergseite. Auf der Yungas-Straße gilt im Gegensatz zu normalen Straßen Boliviens Linksverkehr. Der Grund erschließt sich sofort, sobald man die engen Kurven befahren hat: Je näher der Fahrer eines breiten Gefährts am äußeren Rand sitzt, desto besser kann er abschätzen wie sehr seine Reifen am Abgrund entlang schrammen. Eine ungewöhnliche, aber absolut sinnvolle Sicherheitsmaßnahme.

Heute ist das etwas weniger wichtig, denn es gibt kaum noch Verkehr. Insgesamt drei LKW kommen mir entgegen. Dann muss ich rangieren, um den wuchtigen Tonnengefährten genug Platz zu machen. Gerade in diesen Fällen bin ich glücklich auf der Bergseite zu sein und die 250 Kg meines Motorrads nicht am Abhang hin und her bewegen zu müssen. Bei den anderen Verkehrsteilnehmern ist Platz kein Problem: Denn den größten Anteil bilden die Gruppen an Mountainbike-Fahrern, die vom oberen Ende die Straße teilweise wild herunterbrechen. Immer gefolgt von einem Van, der sie nach der Tour wieder nach La Paz bringt.

Für die Mountainbiker ist der Untergrund wie auch für mich reinste Freude. Im unteren Teil besteht er noch aus leicht zu befahrener, festgefahrener Erde. Etwas später wird der Schotter gröber, immer wieder unterbrochen von steinigen und schlammigen Bachüberquerungen. Die Wasserfälle, die auf einen herabprasseln, haben teilweise tiefen Furchen hinterlassen. Zudem kommt im oberen Abschnitt der dichte Nebel: Man fährt direkt in die Wolken hinein, und die Sicht sinkt auf wenige Meter. Dort oben kann man nur erahnen was passiert wenn man nicht auf der Straße bleibt. Purer Nervenkitzel.

Die Natur als eigentliches Spektakel.

Im mittleren Teil, wo die Aussicht noch klar ist, könnte die Umgebung kaum schöner sein: Es ist ein dichter, vielfältig grüner Dschungel. Die steilen Hänge, die links von mir wie eine endlose Wand emporragen und auf der anderen Seite fast 90 Grad in den Abgrund führen, sind dicht bewachsen. Die Death Road ist gerade wegen der Natur ein echtes Highlight. Mehr denn je muss ich aufpassen dass ich mich nicht zu sehr ablenken lasse und ich meinen Blick nicht von der gewünschten Fahrspur abwende. Rechts von mir geht es bis zu 800 Meter steil herunter. Bergung nur bis 250 Meter möglich, wie mir ein Einheimischer erzählt. Volle Konzentration.

Am Ende glücklich und erleichtert.

Oben angekommen bin ich glücklich. Weil ich eine der spektakulärsten und schönsten Offroad-Etappen auf dieser Welttour gefahren bin. Und bevor ich mich auf die letzten 50 km auf sicherem Asphalt nach La Paz mache, ertappe ich mich dabei wie ich mich bekreuzige. So wie der LKW-Fahrer der eben an mir vorbeigefahren ist. Denn auch wenn die Death Road etwas an ihrer ursprünglichen Gefährlichkeit verloren hat – ich bin auch erleichtert.

Die Straße des Todes: Must Ride, aber bitte mit Respekt.

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