TURKMENISTAN: Control is good, surveillance is better

(by Joe, with help from our Australian friends Scotty and Lukas) „You get in, ride all day, get robbed by the police at checkpoints, sleep in an overpriced filthy hotel and get the hell out of there.“ Something like this best describes a typical experience someone will encounter when crossing Turkmenistan. After listening to what people told us about what to expect in the first Stan country on our route, we were prepared for the worst.

Border Mafia

When you are dealing with people who, according to accounts of others, absolutely hate your guts, you tend to be especially careful about what you say and do. Admittedly, going through 7 offices in which the border staff create massive amounts of redundant handwritten records in huge ledgers is quite the tedious activity. But for some reason the border staff wasn’t quite as malevolent as we expected them to be. By chance, everyone there must have had a great day at the same time. One of them even gave us a recollection of all the German words he had ever learned. In the end due to an unexpected lunch break of the entire border staff it took about 3 hours and a few US dollars in made up fees to help us clear the border, but that was about the worst part of getting in to Turkmenistan.

Fake Plastic Cities

Shortly after the border crossing we were almost blinded by a white shining light under dark grey cloud cover. The shining city of Ashgabat appeared between the mountains and in the sweltering heat we were not sure whether we saw a mirage or the real thing. While our route only took us along the outskirts of the city, the megalomania of the ruling dictator extended as far. We rode along three lane streets lined with artistically designed gold plated lampposts, roundabouts featuring gold statues and enormous fountains and irrigated bushes planted evenly in sand dunes. Even out here you had the feeling you were in the middle of a giant palace courtyard. Everything seems to be cleaned on a daily basis to uphold the appearance of unlimited wealth.

Having put a few miles between the city and us, the true face of Turkmenistan was clearly visible. Rundown villages without paved roads became the norm. The richness of the country only extends as far as the ruling class in Ashgabat is willing to look.

Massage chairs, out of control

With increasing distance from Ashgabat, the road conditions also got worse. Three lanes turned to two without a dividing line and soon we frequently had to share the same side with the oncoming traffic. The former perfectly laid tarmac seemed to get bored by all this evenness and started to feature an increasing amount of potholes and grooves that must seem like the Himalaya range to a passing ant. Quite frequently the tarmac stopped altogether and the whole traffic had to endure stretches of gravel and sand, turning into washboard at times. Legions of trucks crawling along and swerving wildly left and right to avoid the worst parts, made these parts even more difficult to conquer. Frequently being forced to adjust our speed due to oncoming traffic and the sand clouds being produced, we often had to endure a slow bumpy ride, like sitting on an erratic massage chair. After a stage like this, lying in bed in the hotel room at the end of the day was like being in heaven.

Please smile for the camera

To keep up perfect monitoring, a state has to employ a massive police force. At times it seemed like police officer’s were patrolling every 1000 feet of road with a speed gun, which given the size of Turkmenistan would put the army size of most Western countries to shame. On top of this you have to pass checkpoints about every 50 miles, which are either manned or have you stop in front of a camera for a quick covered smile of ridicule under the helmet.

Traveling about 400 miles through Turkmenistan, we were only stopped twice by the police. The first time we were actually caught speeding, but the officer was too fascinated by our bikes to even think about fining us. The other time we were deliberately advised to slow down as the road ahead through the desert was dangerous. Even for this quite helpful hint we were not asked to share a few bucks.

With bugged hotel rooms and camera surveillance everywhere, the xenophobic mentality runs deep. The Turkmen in general are very afraid to talk openly to strangers as the punishment could be severe. Having only been able to exchange a few words with the locals, we can only hope that this state of socialistic control attitude will some day dissipate. Our impression is that under this thick skin, there is much more to be discovered.

DEUTSCH:

Turkmenistan: Kontrolle ist gut, Überwachung ist besser

(von Joe, mit großartiger Unterstützung unserer australischen Freunde Scotty und Lukas) „Man fährt rein, ist den ganzen Tag auf der Straße, wird von der Polizei an den Checkpoints um sein Geld betrogen, schläft in einem überteuerten dreckigen Hotel und will einfach so schnell wie möglich aus dieser Hölle rauszukommen.“ Dies war ungefähr die Aussage mit der wir vor unser Durchquerung von Turkmenistan konfrontiert wurden. Aufgrund solcher Erzählungen über das erste Stan-Land auf unserer Route, machten wir uns auf den Schlimmste gefasst.

Grenz-Mafia

Wenn man es mit Menschen zu tun bekommt, die gemäß Erzählungen einen tiefsitzenden Hass gegen dich verspüren, ist man geneigt seine Worte und Taten mit Vorsicht zu wählen. Zugegeben durch 7 Büros gehen zu müssen, in denen Grenzbeamte gewaltige Mengen an redundanten handschriftlichen Aufzeichnungen in riesigen Notizbücher verewigen, ist eine sehr mühsame Tätigkeit. Aber die erwartete Böswilligkeit des Grenzpersonals war einfach nicht auffindbar. Vielleicht hatten zufällig alle gleichzeitig einen guten Tag. Einer von ihnen befeuerte uns freudig mit sämtlichen deutschen Worten, die er jemals gelernt hatte. Am Ende dauerte es vor allem aufgrund einer unerwarteten Mittagspause des gesamten Grenzpersonals etwa 3 Stunden und ein paar zusätzliche US-Dollar, um uns zu über die Grenze zu bringen. Aber das war dann auch das Unangenehmste was man über die Einreise nach Turkmenistan sagen kann.

Städte aus Plastik

Kurz nach dem Grenzübertritt wurden wir von einem weißen Licht unter einer dunkelgrauen Wolkendecke geblendet. Die leuchtende Stadt Aschgabat erschien zwischen den Bergen und in der schwülen Hitze waren wir nicht sicher, ob wir eine Fata Morgana sahen oder die Realität. Auch wenn unsere Route nur am Stadtrand entlang führte, reichte der Größenwahn des regierenden Diktators weit genug, um uns einen Eindruck davon zu vermitteln. Wir fuhren entlang dreispuriger Straßen mit künstlerisch gestalteten und goldüberzogenen Laternen, Kreisverkehre mit Goldstatuen und riesigen Brunnen, und Sanddünen, in denen in gleichmäßigem Abstand Sträucher gepflanzt waren, versorgt durch ein aufwendiges Bewässerungssystem. Selbst so weit draußen, hatte man das Gefühl sich in der Mitte eines riesigen Schlossareals zu befinden. Alles scheint täglich geputzt zu werden, um den Anschein unbegrenzten Reichtums zu wahren.

Nachdem wir einige Kilometer zwischen uns und die Stadt gebracht hatte, wurde allerdings das wahre Gesicht von Turkmenistan deutlich sichtbar. Heruntergekommene Dörfer ohne gepflasterte Straßen wurden die Norm. Der Reichtum des Landes erstreckt sich nur so weit, wie die herrschende Klasse in Ashgabat bereit ist zu blicken.

Massagesessel, außer Kotrolle

Mit zunehmender Entfernung von Ashgabat, wurden die Straßenverhältnisse auch immer schlimmer. Drei Fahrspuren wurden zu zwei ohne Trennmarkierung und bald mussten wir immer häufiger die gleiche Seite mit dem Gegenverkehr teilen. Der Anfangs perfekt gelegte Asphalt schien von all der Ebenheit gelangweilt zu sein und fing an, eine zunehmende Menge an Schlaglöchern und Rillen aufzuweisen, welche auf eine vorbeikommende Ameise wie das Himalaya-Gebirge wirken müsste. Des öfteren setzte der Asphalt ganz aus und der gesamte Verkehr musste Abschnitte von Kies und Sand ertragen, welche sich mitunter Waschbrett-artig gestalteten. Legionen von dahinkriechenden LKWs, die wild nach links und rechts ausschlugen, um die schlimmsten Teile zu vermeiden, machten es noch schwieriger diese Streckenabschnitte zu meistern. Häufig dazu gezwungen unsere Geschwindigkeit aufgrund des Gegenverkehr und der von LKWs produzierten undurchsichtigen Sandwolken gering zu halten, mussten wir eine langsame holprige Fahrt ertragen, die an das Sitzen auf einem außer Kontrolle geratenen Massagestuhls erinnerte. Nach einer Etappe wie dieser, am Ende des Tages auf dem Bett im Hotelzimmer zu liegen, war himmlisch.

Bitte recht freundlich

Um eine perfekte Überwachung aufrechtzuerhalten, ist es für ein Staat unabkömmlich, eine gewaltige Menge an Polizeikräften zu beschäftigen. Nicht selten schien es, dass alle 1000 Meter Polizisten die Straßen mit einer Radarpistole patrouillierten. Auf die Größe von Turkmenistan umgerechnet würde dies die Armeegröße der meisten westlichen Länder in den Schatten stellen. Zusätzlich durchquert man alle 100 Kilometer Checkpoints, die entweder bemannt sind oder einen zum Halten vor einer Kamera auffordern, für ein schnelles vom Helm verdecktes spöttisches Lächeln.

Auf den ca. 700 Kilometern, die wir durch Turkmenistan fuhren, wurden wir jedoch nur zweimal von der Polizei gestoppt. Das erste Mal wurden wir wirklich beim Zuschnellfahren erwischt, aber der Offizier war von unseren Motorrädern viel zu fasziniert, als daß er auch nur daran gedacht hätte uns einen Strafzettel aufzubürden. Das andere Mal wurde uns gestenreich zu Verstehen gegeben langsam weiterzufahren, da die Straße durch die Wüste einen gefährlichen Abschnitt durchquerte. Selbst für diesen durchaus hilfreichen Hinweis wurden wir nicht zur Kasse gebeten

Aufgrund von verwanzten Hotelzimmern und Kameraüberwachung überall, ist die fremdenfeindliche Mentalität tief verankert. Die Turkmenen haben im Allgemeinen sehr viel Angst, offen mit Fremden offen zu sprechen, da die Strafe dafür schwerwiegend ausfallen könnte. Da wir leider während unseres Aufenthalts nur in der Lage waren, ein paar wenige Worte mit den Einheimischen auszutauschen, können wir nur hoffen, dass dieser Zustand sozialistischer Staatskontrolle eines Tages verschwinden wird. Unser Eindruck ist, daß unter diesem Schleier sehr viel mehr zu entdecken ist.

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