Riding in Iran: Diesel and dust.

(Rolf, in English and German) Completely drunk. If there were alcohol in Iran, you might think the lorry drivers had some in their tea. Just as I try to overtake the decades-old 40-tonne lorry, which is crawling up the hill at a snail’s pace, the groaning, thundering monster swerves into the left lane. This results in my swallowing more of the diesel dust spluttered by the shaky exhaust into the hot mixture of air and sand in the vehicle’s slipstream.

Riding in Iran is an experience in itself. Contrary to my expectations, the road surface is mostly in good condition – the problem tends to be what’s on it: the Iranian drivers. Anyone who thinks that drivers in Europe can’t get on should visit Iran. Here, every driver is his own best friend and other drivers don’t seem to exist. And there’s only one rule on Iran’s roads: there are no rules. Even after travelling 3,000 km through the country, I still don’t know how priority works on the gigantic roundabouts.

Taking exits to the left from the right.

City traffic is a real challenge. You have to pay full attention which completely drains me, especially after a long day on a motorcycle. Front, back, left, right – I have to look everywhere to make sure a there isn’t a car coming out of nowhere. Vehicle contact is normal in Iran, as demonstrated by the numerous dents and scratches on the vehicles. But being on two wheels, I’d rather avoid it.

Exiting a road is also an adventure. Under no circumstances should you assume that oncoming drivers exiting to the left will risk checking the other lane. Slowly and gradually rolling into the junction has rendered indicating obsolete. And whereas in Germany you have to be in the left lane in order to turn left, in Iran it’s an unwritten rule that it can be done from anywhere. Never take your eyes off the vehicle on your right.

The police, your friend and helper.

We were given a few warnings about the Iranian police before setting off on our journey: arbitrary checks, bag searches, deletion of camera photos. Nothing of the sort! In fact, every day we were stopped by at least one patrol, but only for a chat about Germany and our motorcycles. No one cared about the fact that we were speeding in built-up areas. One security check by the secret police in the two weeks of our tour through Iran put us a little on edge, but there were no problems.

Civil escorts.

After a couple of days, it no longer comes as a surprise when cars suddenly pull up beside you as if to overtake, just to fall behind again. This is in no way down to the driver’s inability to maintain a constant speed; it allows them to photograph us as we drive from as many angles as possible.

Stops without a break.

The stops at the side of the road are a little more stressful. Three minutes barely pass before the first vehicle stops and a large family gets out (however they managed to fit into a middle-class Chinese car in the first place) to chat and take photos. This is often followed by an invitation to someone’s house.

When we stop to ask directions in a village, there are at least 30 helpful residents who talk at us in a Persian cacophony and wildly gesture at the sat nav. We’re none the wiser afterwards, but yet again we’re stunned by the exuberant friendliness of the Iranians. Before continuing further into the desert, into the dusty vastness.

DEUTSCH:

Motorradfahren im Iran:
Staub und Diesel.

(Rolf) Vollkommen besoffen. Gäbe es im Iran Alkohol, man könnte meinen die LKW-Fahrer hätten einen im Tee. Gerade will ich den jahrzehntealten 40-Tonner, der sich im Schritttempo den Berg hinaufquält überholen, schon schwankt das ächzende und donnernde Ungetüm auf die linke Spur. Also heißt es erst mal weiter den Diesel-Feinstaub schlucken, den der wackelige Auspuff in das heiße Luft-Sand-Gemisch des Fahrtwinds pustet.

Motorradfahren im Iran ist ein Erlebnis für sich. Der Straßenbelag ist zwar entgegen meiner Erwartung zumeist im guten Zustand, doch das Problem ist eher das was darauf fährt: Die iranischen Verkehrsteilnehmer. Wer glaubt dass Autofahrer in Europa nicht assoziieren können, sollte den Iran besuchen. Hier ist jeder sein bester Freund, die anderen scheinen nicht zu existieren. Und auf eines kann man sich im iranischen Straßenverkehr ganz sicher verlassen: Es gibt keine Regeln. Auch nach 3.000 km durch das Land weiß ich immer noch nicht wie die Vorfahrt in den riesigen Kreisverkehren funktioniert.

Linksabbieger von rechts.

Der Stadtverkehr ist eine echte Herausforderung. Höchste Konzentration ist gefordert, was mir besonders nach einem langem Motorradtag alles abverlangt. Vorne, hinten, links, recht, überall muss ich darauf achten ob sich aus dem Nichts ein Auto nähert. Touchieren ist im Iran üblich, das beweisen die zahlreichen Beulen und Kratzer an den Fahrzeugen. Mit mir auf zwei Rädern bitte nicht.

Abenteuerlich ist auch das Abbiegeverhalten. Man sollte auf keinen Fall davon ausgehen dass entgegenkommende Linksabbieger einen Blick auf die Gegenfahrbahn riskieren. Langsames, stetiges Reinrollen in die Kreuzung ersetzt das Blinksignal. Und während in Deutschland das Linksabbiegen von der linken Spur vorgeschrieben ist, ist es im Iran ungeschriebenes Gesetz dass es von überall erlaubt ist. Niemals das Fahrzeug rechts neben dir aus den Augen verlieren. 

Die Polizei, dein Freund und Helfer.

Was sind wir vor unserer Abreise vor der iranischen Polizei gewarnt worden: Willkürliche Kontrollen, Durchsuchungen des Gepäcks, Löschen von Fotos auf der Kamera. Nichts dergleichen! Zwar wurden wir fast täglich von mindestens einer Patrouille angehalten, aber nur um etwas Smalltalk über Deutschland und unsere beiden GS zu halten. Dass wir gerade in Ortschaften viel zu schnell unterwegs sind interessiert hier keinen. Eine einzige Sicherheitskontrolle der Geheimpolizei innerhalb der zwei Wochen unserer Tour durch den Iran löst etwas Gänsehaut aus, verlief aber problemlos.

Ziviler Begleitschutz.

Nach ein paar Tagen wundert man sich dann auch nicht mehr über die Autos, die plötzlich neben einem fahren und permanent überholen um sich dann wieder zurückfallen zu lassen. Dies ist keineswegs die Unfähigkeit des Fahrers, eine konstante Geschwindigkeit zu halten, sondern dient dazu uns während der Fahrt aus möglichst vielen Perspektiven zu fotografieren.

Pausen ohne Ruhe.

Etwas anstrengender sind die Pausen am Straßenrand. Es dauert keine drei Minuten bis der erste PKW hält und eine Großfamilie aussteigt (wie auch immer die alle in den chinesischen Mittelklassewagen passen) um sich zu unterhalten und Fotos zu machen. Oft gefolgt von einer Einladung nach Hause.

Hält man in einem Dorf, um nach den Weg zu fragen, finden sich mindestens 30 hilfsbereite Einheimische die in persischer Kakophonie auf einen einreden und wild auf dem Navi herumzeigen. Danach ist man nicht wirklich schlauer, aber man ist ein weiteres Mal von der überbordenden Gastfreundschaft der Iraner überzeugt worden. Bevor es weiter in die Wüste geht, in die staubige Weite.

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