Shortly before leaving: Merciless freedom.

I’m nervous. Terribly nervous. Often I wake up in the morning and catch myself in a moment of fear. Now, as the departure date of our trip around the world approaches rapidly, with only a few more days before we will start the engine for the first time, I get the jitters. Most, on the other hand, will likely think that at the moment I should feel nothing but great. After all, something marvelous is awaiting me. While this may certainly be correct, I also experience an major sense of awe.

We are well prepared.

For two and a half years, ever since Joe and I have taken the irreversible decision to ride around the world on motorcycles, we were engaged in intensive planning and preparation. I can not enumerate what has happened since then, and I am sure that we are very well prepared: driver safety training, first aid training, travel workshops. Vaccinations and motorcycle repair courses. Weeks of research for the right equipment, from the matching clamping ring up to the right motorcycle. Extensive study of cultures, travel arrangements, visa and customs regulations. And lots of conversations with helpful friends. All this in itself is already a great experience. And it has changed me already, even before our departure. My focus has been entirely on this project for the last couple of weeks. For anything else was little space. Neither for other people, unfortunately.

What have I done?

The self-imposed intransigence with which we execute the whole thing now, is relentless. We have terminated our jobs. We will give up the apartment. I’ve cleared out radically, parting from old things, dissolved contracts. No obligation to stop me. No limits to restrict me. Starting out, as if there was no yesterday.
This ultimate degree of freedom evokes an eerie awe in me. For there is one thing I am not prepared for: How will I act when we are on the road, when I have to do without the everyday habits of my life? The supermarket around the corner, the Monday meeting at work, my own bed, the house keys. When I have to abandon my safety nets: girlfriend, family, friends, colleagues.

This is not a dream anymore.

But the thought of leaving in a few days, to explore foreign countries on my motorcycle, brings me back to the wonderful, dreamy world that I have carried in me for the last 30 months. It becomes reality now. It seems to be just as easy as Jo Glaser from Touratech said the other day: „It’s time to just get going now.“
Simply taking off. What a comforting feeling. I’m sure that as soon as I sit on my bike next Saturday, turn on the ignition and start the engine for the first time, I will no longer be nervous. At this moment I will be happy.

The world lies ahead of us. We’re ready to go.

DEUTSCH:

Kurz vorm Losfahren: Gnadenlos frei.

(Rolf) Ich bin nervös. Furchtbar nervös. Oft wache ich morgens auf und ertappe mich in einem kurzen Moment der Angst. Jetzt, wo sich der Abreisetermin für unsere Weltreise mit großen Schritten nähert und es nur noch wenige Tage dauert bevor wir das erste Mal den Motor anlassen um loszufahren, bekomme ich Muffensausen. Dabei, denken bestimmt viele, sollte ich mich doch gut fühlen, schließlich stünde mir etwas Großartiges bevor. Das ist ganz bestimmt richtig. Aber ich habe großen Respekt.

Wir sind gut vorbereitet.

Seit zweieinhalb Jahren, seit Joe und ich den unumkehrbaren Entschluss gefasst haben mit dem Motorrad um die Welt zu fahren, waren wir mit intensiv der Planung und Vorbereitung beschäftigt. Ich kann kaum aufzählen was seitdem passiert ist, und ich bin mir sicher dass wir sehr gut vorbereitet sind: Fahrertrainings, Erste-Hilfe-Schulungen, Reise-Workshops. Impfungen und Schrauberkurse. Wochenlange Recherchen über das Equipment, vom passenden Klemmring bis hin zum richtigen Motorrad. Umfangreiches Studium von Kulturen, Reiseformalitäten, Visa- und Zollbedingungen. Und jede Menge Gespräche mit hilfsbereiten Freunden. All das für sich genommen ist schon eine großartige Erfahrung. Und sie hat mich bereits vor der Abfahrt verändert. Mein Fokus liegt seit Wochen ganz auf diesem Projekt. Für Anderes war wenig Platz. Für Andere leider auch.

Was habe ich nur getan?

Die selbstauferlegte Kompromisslosigkeit mit der wir das Ganze inzwischen durchziehen, ist erbarmungslos. Wir haben unsere Jobs gekündigt. Wir geben die Wohnung auf. Ich habe radikal ausgemistet, mich von alten Dingen getrennt, Verträge aufgelöst. Keine Verpflichtung soll mich aufhalten. Kein Limit soll mich begrenzen. Losfahren, als gäbe es kein Gestern.

Dieser ultimative Grad der Freiheit weckt eine unheimliche Ehrfurcht in mir. Denn auf eines bin ich nicht vorbereitet: Wie werde ich reagieren, wenn wenn wir unterwegs sind, wenn ich ohne die alltäglichen Gewohnheiten meines bisherigen Lebens auskommen muss? Der Supermarkt um die Ecke, das Montagsmeeting in der Arbeit, das eigene Bett, der Hausschlüssel. Wenn ich auf meine Sicherheitsnetze verzichten muss: Freundin, Familie, Freunde, Kollegen.

Das ist kein Traum mehr.

Doch der Gedanke daran, in wenigen Tagen aufzubrechen um zu Reisen, auf meinem Motorrad fremde Länder zu erkunden, unterwegs zu sein, holt mich wieder zurück in die wunderbare, träumerische Welt die ich seit 30 Monaten in mir trage. Sie wird jetzt Realität. Es scheint genau so einfach zu sein, wie es uns Jo Glaser von Touratech kürzlich gesagt hat: „Ihr müsst jetzt dann einfach mal losfahren.“

Einfach losfahren. Was für ein beruhigendes Gefühl. Ich bin mir sicher: Sobald ich am kommenden Samstag auf meinem Motorrad sitze, den Zündschlüssel umdrehe und den Motor das erste mal starte, dann werde ich gar nicht mehr nervös sein. In diesem Moment bin ich glücklich.

Die Welt liegt vor uns. Es kann losgehen.

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