Der Dschungel Europas: Cinque Terre

Immer wieder erstaunt es mich, welche wunderbaren und abwechslungsreichen Landschaften in Europa scheinbar vor der Haustüre liegen. Zwar war ich noch nie im südamerikanischen Dschungel, aber der Nationalpark Cinque Terre gab uns heute kurzzeitig das Gefühl nicht auf einem Roadtrip durch Europa, sondern durch Brasilien zu sein.

Das UNESCO-Weltkulturerbe an der ligurischen Küste ist vielfältig und dicht begrünt, klimatisch feucht und heiß, die wenigen Straßen umkurven eng die Küsten und Schluchten, und die steilen Hänge werden mit Wein und Olivenbäumen bewirtschaftet. Wo auch immer der Mensch hier Einfluss genommen hat, es wirkt so als wäre seit einigen Jahrzehnten die Zeit stehen geblieben. Die Häuser an den tief abfallenden Küsten scheinen ohne Beachtung jeglicher Bauvorschriften willkürlich aufeinander gestapelt zu sein. Unstabil wirkende, kleine Steinhütten unterbrechen die geschwungenen Terrassen auf denen sich die Rebstöcke reihen, und man mag sich kaum vorstellen wie viel Kraft es kostet hier zu ernten. Keine maschinelle Hilfe wie man sie sonst aus Europa kennt, sondern Handarbeit eben, wie früher.

Wer hier nicht nur die touristischen Klassiker wie Riomaggiore besucht, sondern sich auch ein wenig weiter hineintraut, in die kleinen steilen Talstraßen mit Serpentinen so eng wie Nadelöhre, bekommt für ein paar unbezahlbare Momente das Gefühl nicht nur am Mittelmeer zu sein – also quasi vor der Haustüre – sondern ganz weit weg. In Südamerika vielleicht.

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