Two Yellow Lines.

Sie waren unser ständiger Begleiter auf diesem Roadtrip: Die beiden parallel verlaufenden, gelben Linien, die nahezu jede Straße der USA markieren. Das ist dann auch die einzige Konstante während dieser Reise gewesen. Und ich kann, kurz nachdem wir heimgekommen sind, mein Glück noch nicht fassen angesichts der Vielfalt, die wir in den letzten zehn Tagen erlebt haben.

The Yellow Lines

Zum einem waren da die herrlichen, typischen Motorradstrecken, die jeder, der einmal auf zwei Rädern im Westen der USA unterwegs ist, unbedingt befahren sollte:

  • Die 35, der sogenannte Skyline Boulevard. Wer die Alpen im Stile der USA sucht, wird hier fündig.
  • Die 1: Wer den Pazifik zu seiner Rechten hat weiß die Freiheit auf seiner Seite. Für mich ist es nach wie vor die schönste Küstenstraße.
  • The Snake: Ausnahmsweise grüßen sich hier Motorradfahrer nicht, denn sonst könnte man seine linke Hand gleich permanent vom Lenker lassen. Der Mulholland Drive ist die heilige Strecke nordwestlich von Los Angeles.
  • Nach ein paar Tagen in der Wüste freut man sich über die wunderbare Flusstalabfahrt vom Lake Isabella herunter auf der 178. Mit jeder zurückgelegten Meile durch den Canyon wird es ein wenig kühler.
  • Und vor allem die 58: Nicht ohne Grund nennt sich Kalifornien „The Golden State“ – unendliche Weiten aus goldenen Feldern, Rinderweiden, Ranches; und wir fahren in perfekt gezeichneten Kurven die Hügel rauf und runter. Ich weiß nicht ob wir an diesem Tag nur Glück hatten, aber außer kreuzenden Taranteln ist dort sonst keiner unterwegs gewesen.

Natürlich waren reine Motorradstrecken nicht alles. Und ich war anfangs skeptisch als die uns die Routenplanung durch gerade, endlos lange Wüstenstraßen führte. Ja, es ist heiß. Und je länger wir den gelben Straßenmarkierungen folgten umso schmerzhafter wurde der Fahrtwind.

DesertDas alles wurde mehr als wettgemacht durch die Erfahrung der unendlichen Weiten, die dieses Land zu bieten hat. Es ist faszinierend wie man stundenlang geradeaus einer Bergkette entgegenfahren kann ohne dass diese dabei auch nur einen Meter näherzukommen scheint. Das befreiende Gefühl, diese gigantische Ebene aus trockenem Nichts zu verlassen, wenn es endlich den Berg nach oben geht, wenn man sich endlich in eine Kurve legt, ist unbeschreiblich.

Doch die „yellow lines“ hatten noch viel mehr Strecken, Ziele und Eindrücke zu bieten: Den Joshua Tree National Park mit seiner beeindruckenden Landschaft (und übrigens perfekt gezogenen Kurven sowie hervorragenden Straßenverhältnissen – für die USA durchaus untypisch).

Joshua Tree National Park

Die rastenden Sehkühe am Meer. Die Route 66. Die „Altstadt“ von Las Vegas, von deren Charme ich positiv überrascht wurde. Der Strip, auf dem wir mit unseren Cruisern die Aufmerksamkeit auf uns zogen.

Fremont Street

Die Fahrt über den Hover Dam. Santa Barbara, wo wir einen wunderbaren Aufenthalt erlebten. Die Geisterstadt Calicio. Cowboys beim Einfangen eines ausgerissenen Kalbs. Den Offroad-Abschnitt durch verlassene kalifornische Hügel weil wir uns verfahren hatten. Die Fahrt über die Golden Gate Bridge. Das durchweg perfekte Wetter.

Wir hatten uns vor zwei Jahren vorgenommen diesen Roadtrip zu unternehmen, und wir haben uns gut darauf vorbereitet. Dabei war alles was wir vorher geplant haben perfekt. Alles andere war noch besser. Und besser geht Roadtrip nicht.

Nächstes Jahr werden es keine gelben Straßenmarkierungen sein, die uns begleiten. 2012 geht es nach Italien. Und dann kommen wir hoffentlich wieder unversehrt nach Hause.

Roadtrip

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