Öl!

Planung ist das eine. Die Realität eine andere. Und so habe ich heute nicht wie ursprünglich geplant Montpellier erreicht. Das hat verschiedene Gründe: Einer ist der Frühstückskaffee mit Blick auf Barcelona. Diese Stadt macht es einem nicht einfach, abzureisen. Ein weiterer ist das Navi, welches mit dicht bebauten Städten wie Barcelona nicht wirklich gut zurechtkommt. Hat mich ein paar Neuberechnungen gekostet. Zudem herrschte auf der Strecke an der Küste so viel Wind, dass ich relativ schnell die Segel strich und bereits in Perpignan Halt machte.

Aber vor allem brauchte ich Motoröl. Das Sichtfenster zeigte bereits seit meiner Ankunft in Barcelona einen recht knappen Füllstand an. Und, so dachte ich, kann in einem Zweirrad-Land wie Spanien die Beschaffung kein Problem sein. Aber das stellte sich äußerst kompliziert dar.

In München finde ich ein passendes Öl – z.B. Castrol 20W40 – im Bauhaus. Cool, dachte ich, Bauhaus gibt es auch in Spanien. Also rein in den nächsten Baumarkt. Doch die Suche war vergebens. Einer der Angestellten hat mir freundlicherweise synchron mit einem Kunden auf Catalan sowie mit Händen und Füßen erklärt wo ich hin muss. Vielen Dank, und weiter. Ein paar Straßen weiter dann das Ziel, ein Automechaniker. Der mir leider – ebenfalls auf Catalan und mit Händen und Füßen – wieder nicht weiterhelfen konnte, aber mir eine Werkstatt für Zweiräder empfahl. Wieder vielen Dank, und weiter.

Und dann das: Diese empfohlene „Werkstatt“ ist mit Sicherheit der coolste Laden, den ich je gesehen habe: ca. 30 qm, vollgestellt mit gefühlt 30 Rollern und Motorrädern, so dass man kaum zum Ende des Raums durchkommen kann, Bikeposter an allen Wänden, fünf Mechaniker und Mechanikerinnen, die wild an Bikes herum schrauben, ein Empfangsmädel, die versucht ihr Neugeborenes zu beruhigen. Dazwischen ich. Ohne Spanisch. Und schon gar kein Catalan. Aber mit Händen und Füßen.

Und wie sollte es anders laufen: Natürlich waren das die wahren Profis. Und neugierig. Also Bike angeschaut, darüber diskutiert ob mineralisches oder synthetisches Öl das Richtige ist, abgefüllt und alles läuft. Nebenbei noch ein Austausch über Herkunft und Reiseziele. Es gibt nichts Besseres als diese wunderbaren, kleinen Läden.

Ganz nebenbei sei gesagt dass der spanische Bauhaus dem in Deutschland bis aufs Haar gleicht – Angestellte wie Mitarbeiter. Nur dass er etwas mehr Second-hand-Gefühl ausstrahlt.

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