Gelassenheit erwünscht.

Nun, abgesehen davon dass die Italiener wunderbare Gastgeber sind und beim Essen, neben den Franzosen natürlich, die Weltspitze bilden, haben sie eine weitere, viel zu wenig beachtete Eigenschaft: Der Umgang mit – wie es im Fachjargon heißt – einspurigen Kraftfahrzeugen. Dass in Italien Mopeds, Roller, Maxi-Scooter und richtige Motorräder zum Alltag gehören ist nichts Unbekanntes. Neu ist für mich die Unangefochtenheit der Einspurer als Könige der Straße im Vergleich zu den zweispurigen Kollegen.

Im München kommt es durchaus vor dass der Fahrer eines dicken Autos die Fähigkeit eines Motorradfahrers nicht ertragen kann, sich durch die Warteschlangen vor Ampeln und Staus zu schlängeln und somit einen entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil herauszufahren. Dann wird er schnell unfair und stellt sich gerne in den Weg, ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei gibt es für Autofahrer nicht Besseres als einen Motorradfahrer vor sich zu haben. Denn es bedeutet in den meisten Fällen, niemanden vor sich zu haben.

In Südeuropa haben sie diesen Vorteil längst erkannt. Sie machen Platz. Ungefragt. Selbst im engsten Stau, wenn es nahezu keinen Meter zum Rangieren gibt, rücken die Vierräder gerne auch mal zur Seite wenn sie sehen dass hinter ihnen ein Motorrad steht und gerne vorbei möchte. In den Großstädten gibt es sogar extra Wartebereiche vor den Ampeln – nur für Zweiräder. Autos haben keine Zufahrt.

Für alle Münchner Motorradfahrer: Fahrt weiter nach vorne zur Spitze des Korsos! Und lasst euch vom aufgeregtem Hupen nicht stören. Falls es doch stört, macht eine Reise nach Italien.

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